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KI im Blick: Arbeiten mit VR und AR

KI Service - Industrie 4.0

KI im Blick: Arbeiten mit VR und AR

Von Nils Klute, IT-Fachredakteur und Projektmanager Kommunikation Cloud Services bei EuroCloud Deutschland_eco e.V.

KI im Blick: Arbeiten mit VR und AR

Chirurgen lassen sich bei Operationen unterstützen, Piloten im Flug assistieren und Techniker bei Reparaturen helfen: Virtual und Augmented Reality verändern die Arbeitswelt. Welche Rolle VR und AR im Industrieservice spielen.

Schere, Tupfer, Skalpell – und ein smartes Headset. Die Medizin erfindet sich dieser Tage neu. Dafür sorgt nicht nur die Viruspandemie, sondern der verstärkte Einzug von Augmented und Virtual Reality (AR und VR) in die Operationssäle. Bereits 2015 sorgten Neurochirurgen in Los Angeles für Furore: Mit VR-Headsets flogen die Mediziner durch die Köpfe ihrer Patienten. Um Eingriffe besser zu planen, nutzten sie die gleichen Geräte, mit denen sonst Videogamer in dreidimensionale Spielewelten eindringen. Jetzt versammeln sich Chirurgen von der ganzen Welt erneut via erweiterter Realität am Patienten: Remote schalteten sich Experten zu, um Chirurgen vor Ort virtuell zur Hand zu gehen. Was sich wie ein Zoom-Meeting am Operationstisch anhört, ist laut McKinsey der Durchbruch der Telemedizin: Corona hat AR und VR den Weg in die Krankenhäuser gewiesen.

Prozesse in der Fabrik über AR virtualisieren

Sich virtuell besprechen, Wissen austauschen und Kunden besuchen – auch an anderer Stelle sind VR und AR auf dem Vormarsch. Beispielsweise virtualisiert Goodyear über AR-Headsets Prozesse in seinen Fabriken. Anders als die VR-Technologie, die die Nutzer in eine virtuelle 360-Grad Welt abtauchen lässt, erweitert AR die Realität. Kontextbezogene Informationen wie etwa Wegbeschreibungen, Erklärungen oder Sicherheitshinweise blendet das Brillenglas in das normale Blickfeld ein. Die Headsets helfen den Mitarbeitern des Reifenkonzerns bei Design- und Testprozessen. Teams an unterschiedlichen Standorten tauschen sich über die Technologie virtuell aus, die sich einfach per Sprachbefehl steuern lässt. Auch bei Global Foundries arbeiten Experten remote und mobil[1]: Über AR beschleunigt der Halbleiterproduzent seine Prozesse und unterstützt Wartungsmannschaften. Zum einen schult das Unternehmen seine Mitarbeiter über AR-Videos, was die Trainings verbessert hat. Zum anderen arbeiten Ingenieure mit Live-Videos, um sich von Spezialisten rund um den Erdball assistieren zu lassen.

VR und AR: Experten aus der Zentrale leiten Techniker vor Ort an

Know-how teilen und überall verfügbar machen: Airbus reduziert Servicezeiten und Wartungsfehler über die AR-Technologie. Beispielsweise lassen sich Techniker am Flughafen von Experten aus der Zentrale bei Arbeitsschritten live anleiten. Auch im Cockpit ist die Technologie mit dabei[2]: Sogenannte Head-up-Diyplays (HUD) projizieren bereits Informationen in das Blickfeld der Piloten. Bei Nebel weist das System sogar den Weg zur Landebahn. Darüber hinaus sind AR-Brillen im Gespräch, um die Flugzeugführer bei Routineaufgaben zu entlasten: Arbeitet die Mannschaft Checklisten ab, begleiten die Headsets die jeweiligen Schritte.

Ein noch immersiveres Erlebnis verspricht Microsoft: Anfang März 2021 hat das US-Softwareunternehmen die Plattform Microsoft Mesh vorgestellt. Darüber sollen virtuelle und echte Realität miteinander verschmelzen. Dazu setzt Microsoft auf dreidimensionale Videostreams, die sich an AR-Googles übertragen lassen. „Die Technologie soll es zum Beispiel ermöglichen, in der realen Welt weit voneinander entfernte Gesprächspartner virtuell nebeneinander erscheinen zu lassen“, schreibt spiegel.de.

KI-Projekt Service-Meister: Wartungsdaten über smarte Werkzeuge weltweit bereitstellen

Ob mit VR im Operationssaal oder mit AR in der Produktion – auch Service-Meister erprobt, wie sich Meisterwissen über digitale Tools genau da bereitstellen lässt, wo es Wartungstechniker benötigen. Dazu setzt das Projekt auf künstliche Intelligenz (KI), digitale Ratgeber, Chatbots, Apps und eben AR-Anwendungen. Beispielsweise arbeiten Trumpf und USU im Konsortium daran, Experten-Know-how rund um den Erdball in gleicher Qualität bereitzustellen. Dazu sucht das Schnellboot[3] nach einer Lösung, um Techniker mit smarten Werkzeugen zu unterstützen. Informationen global skalieren, um Mitarbeiter anzuleiten – gerade für Deutschland ist das noch aus einem anderen Grund interessant. So sind AR- und VR-Anwendungen doch in der Lage, Fachkräftelücken zu schließen[4]. Wo Experten fehlen, befähigen Headsets mit KI im Blick geringer ausbildete Fachkräfte für komplexe Wartungsaufgaben.

Auch für die Marktforscher von IDC besteht kein Zweifel: Weltweit sollen die Ausgaben für AR und VR[5] im Zeitraum von 2020 bis 2024 um 160 Milliarden US-Dollar ansteigen. Zu den Use Cases, in die die Anwender am stärksten investieren werden, gehören Trainings und der Industrieservice mit jeweils 4,1 Milliarden US-Dollar.

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