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Erfolg mit Standards: Wie Normen für KI dem Mittelstand helfen

KI Service - Industrie 4.0

Erfolg mit Standards: Wie Normen für KI dem Mittelstand helfen

Ein Beitrag von Nils Klute IT-Fachredakteur und Projektmanager Kommunikation Cloud Services beim EuroCloud Deutschland_eco e.V.

Normen und Standards machen nicht nur Produkte, Verfahren und Dienstleistungen erfolgreich, sondern auch künstlich intelligente (KI) Anwendungen. Wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit KI ins Geschäft kommen, darüber diskutierte Service-Meister jetzt im Webinar des Deutschen Instituts für Normung (DIN).

Neue Geschäftsmodelle entwickeln und digitale Services[1] realisieren – setzt die deutsche Wirtschaft KI bis 2025 flächendeckend ein, ist laut Studie des eco Verbands[2] bis 2025 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von über 13 Prozent realistisch. Entscheidend für den Erfolg von KI sind zum einen Use Cases und zum anderen: „Normen und Standards“, sagte Alexandra Horn, Leiterin KMU und Verbandskooperationen bei DIN. „Beide sind die Basis, damit sich Produkte, Dienste und Verfahren etablieren und behaupten können.“

KI-Marktchancen mit Normen erschließen

Wer auf Standards setzt, spart nicht nur Kosten (allein hierzulande beträgt der volkswirtschaftliche Nutzen der Normung jährlich rund 17 Milliarden Euro[1]), sondern beschleunigt Prozesse, schont Ressourcen und erschließt sich Marktchancen. „Wer auf bestehendem Wissen aufbaut, muss das Rad nicht neu erfinden“, sagte Horn. „Ziel der Normung ist es, Anforderungen abzugleichen und verbindliche Eigenschaften für alle Akteure und Anwender zu definieren.“

DIN: Vertrauen schaffen, Qualität sichern

Was Vertrauen schafft und Qualität sichert, wird aber von KMU kaum genutzt: „Gerade Firmen aus diesem Größenkreis beteiligen sich nur selten an Normungsprozessen“, sagte Horn. „Dabei kann jeder einen Antrag einreichen und teils auch mit Fördermitteln rechnen.“ Eingehende Vorschläge prüft das DIN. Dabei wacht die 1917 gegründete Institution über mehr als 34.000 Normen[1]. Gilt es dann, neue Normen zu entwerfen, tritt das DIN in den Dialog mit Stakeholdern. „Jeder kann sich einbringen und kommentieren“, sagte Horn. Schließlich gilt: „Wer die Norm hat, hat den Markt!“ Beispiel Kreislaufwirtschaft: Damit Produkte überhaupt kreislauffähig werden, arbeitet das DIN schon heute an den Normen, die die Zukunft unseres Wirtschaftssystems bestimmen sollen.

Normen und Standards für KI: Schlüssel für Wachstum

Nicht anders bei KI: „Auch hier entscheiden Normen und Standards über die Zukunft der Technologie“, sagte Jörg Bienert, Vorsitzender beim KI Bundesverband und CPO bei Alexander Thamm[1]. Dazu entwickelt das DIN in einem gemeinsamen Projekt mit dem Bundeswirtschaftsministerium sowie Expertinnen und Experten wie Bienert eine Roadmap zu Normen und Standards für KI[2]. „KI ist die Schlüsseltechnologie für künftiges Wirtschaftswachstum“, sagte Bienert. „Wir wollen ‚KI Made in Germany‘ als Qualitätsprädikat etablieren.“

Dazu definiert die Roadmap beispielsweise, was ein KI-System überhaupt darf und wie verlässlich oder interoperabel die Anwendungen sein müssen. Das Ziel: Die Industrie soll KI vertrauen[3] und akzeptieren, statt sie skeptisch zu beäugen. Auch eine Liveumfrage unter den rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Mittelstand bestätigte: Anwender wünschen sich zertifizierte, qualitativ hochwertige KI-Systeme, die so sicher und geschützt sind[4], dass sich industrielle Prozesse und Verfahren darüber verlässlich automatisieren[5] lassen.

Service-Meister: KI für den Blaumann

Was es da außer Normen und Standards noch für den Erfolg von KI in KMU braucht: „Use Cases, interoperable Referenzmodelle und praxistaugliche Anwendungen“, sagte Hauke Timmermann, der das KI-Projekt Service-Meister beim Konsortialführer eco organisiert. „Service-Meister entwickelt ein KI-Ökosystem für den technischen Service im Zeitalter von Industrie 4.0“, sagte Timmermann. Hier arbeiten Industrie- und Implementierungspartner[1] an konkreten Anwendungsfällen im technischen Service. „Wir entwickeln KI-Systeme für den Blaumann“, sagte Timmermann. „Alle KI-Verfahren und Tools, die Service-Meister erarbeitet, stellen wir später standardisiert und generalisiert für Dritte als Bausteine bereit.“ So soll bis Ende 2022 eine offene Serviceplattform für Mittelstand und KMU entstehen.

Beispiel Chatbot: KI einfach in die Praxis bringen

„Ob digitale Ratgeber, Augmented Reality-Anwendungen oder Apps – wir entwickeln passende KI-Lösungen für die jeweiligen Use Cases“, sagte PD Dr. Fred Jopp, Head of Industrial Project Management beim Service-Meister-Konsortialpartner[1] USU Software AG[2]. Gemeinsam mit dem Industriepartner Open Grid Europe[3] arbeiten USU und Jopp bei Service-Meister an einer Lösung, um das Leitungsnetz des Versorgers mit KI aus der Ferne zu überwachen. „Wir wollen das Service-Knowledge-Management verbessern, Anomalien automatisch erkennen und Wartungsbedarf prognostizieren“, sagte Jopp: „Zudem sollen Techniker mit KI-basierten Chatbots auch komplexe Probleme lösen.“

Smarte Assistenten diagnostizieren Fehler und intelligente Chatbots machen Meisterwissen skalierbar – die Liveumfrage im Webinar zeigte, dass das keine Zukunftsmusik bleiben wird. „Kleine und mittlere Unternehmen wünschen sich derartige Anwendungen, um sich davon in ihrem Geschäftsalltag unterstützen zu lassen“, sagte Horn. „Damit die Technologie in die Praxis kommt, brauchen wir Normen und KI-Projekte wie Service-Meister, um Mittelstand und KMU den Einstieg zu erleichtern“, so Bienert.

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