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Warum Plattformen Erfolgsgeschichten brauchen

KI Service - Industrie 4.0

Warum Plattformen Erfolgsgeschichten brauchen

Von Nils Klute, IT-Fachredakteur und Projektmanager IoT beim eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Service-Meister setzt auf offene Plattformen und ein KI-basiertes Ökosystem. Jetzt startete im Workshop die Entwicklung erster Datenprodukte. In einer zweiteiligen Serie begleiten wir den Expertenaustausch. Lesen Sie in Teil 1: Warum Plattformen Erfolgsgeschichten brauchen.

Im Jahr 2009 war Angry Birds der Spielehit auf dem iPhone. Entwickelt vom finnischen Unternehmen Rovio Entertainment, feierte die App auf den Smartphone des US-Unternehmens Apple ihre Premiere. Bis heute schreibt das Game mit dem legendären Spieldesign nicht nur seine eigene Erfolgsgeschichte fort, sondern ist auch mit der Marktmacht der iOS-Plattform fest verbunden. „Die App hat damals vielleicht den einen oder anderen Kunden erst dazu gebracht, sich für ein iOS-Gerät zu entscheiden“, sagte Dr. Alexander Löser von der Beuth Hochschule. Gemeinsam mit Dr. Florian Wilhelm von inovex und Prof. Steffen Staab von der Universität Stuttgart lud Löser das Service-Meister-Konsortium zum virtuellen Workshop ein. Denn: Egal, ob Handyspiel oder KI-App – auch bei Service-Meister hängt der Erfolg des künstlich intelligenten (KI) Ökosystems von den Datenprodukten ab, die die Unternehmen für Wartung und Maintenance bauen werden. Dazu tauschten sich Experten mit Praktikern aus den Use Cases online aus.

Europa und Deutschland: Potential für offene B2B-Plattformen

Lückenlose Angebote, attraktive digitale Services und innovative Abodienste – große Plattformbetreiber wie Amazon, Facebook und eben Apple zeigen heute, was den Erfolg ausmacht und wo die Chancen liegen. Zwar führen Plattformen aus China und Asien den B2C-Markt weltweit an, aber im B2B-Segment zeigt sich Potential für Europa und ein Projekt wie Service-Meister. „Ob Maschinenbau, Logistik oder Chemie – Branchen wie diese sind als Plattformmärkte für hiesige Unternehmen noch erreichbar“, sagte Löser. „Die Firmen müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen und langfristig investieren.“ Wie das aussehen kann, zeigt die Erfolgsgeschichte von SAP. Das Softwareunternehmen aus Walldorf beherrscht mit seinen B2B-Datenprodukten und -Plattformen für das unternehmerische Realtime-Ressourcenmanagement den Weltmarkt.

Anlagen verfügbar halten, Fehler remote beheben und Service-Techniker mit intelligenten Werkzeugen unterstützen. „Die Datenprodukte von Service-Meister sollen Risiken und Unsicherheiten in komplexen Prozessen minimieren“, sagte Löser. Eine Eigenschaft, die die Ergebnisse des Konsortiums für Serviceanwender sehr interessant machen werden. Beispiel Kaeser: Der Kompressorspezialist minimiert Risiken für seine Kunden, indem er Druckluft als Service im Mietmodell anbietet. Anwender halten Produktionsanlagen verfügbar und senken Investitionskosten. Nicht anders Service-Meister: „Mit den Datenprodukten können wir am Ende etwa auch die Laufzeit einer Maschine sicherstellen“, sagte Löser. Beispiel Konsortialpartner Würth: Wenn sich der Ausfall einer Bohrmaschine prognostizieren lässt, dann kann Ersatz Just-in-time bereitstehen.

Praktisch für Anbieter, vorteilhaft für Kunden

Von „Power by the hour“ über „Pay per finished product“ bis hin zu „Guaranteed uptime“ – smarte Datenprodukte machen immer neue Geschäftsmodelle möglich. Über Plattformen finden dann Angebot und Nachfrage zusammen. Das ist praktisch für die Anbieter, weil sie sich weniger auf den Vertrieb und mehr auf das Kerngeschäft fokussieren können. Und interessant für die Kunden, weil sie auf einen florierenden Marktplatz zugreifen können. Darüber hinaus machen Plattformen die Kunden transparent, sodass die Anbieter ihre Produkte besser auf die Zielgruppen zuschneiden können.

Fest steht: Intelligenten Datenprodukten gehört auch im Industrieservice die Zukunft. Acht von zehn Unternehmen erkennen im Service einen unmittelbaren Mehrwert für die eigene Produktivität. Und mehr denn je erwarten deutsche Firmen, dass Serviceanbieter Intelligenz in ihre Dienstleistungen bringen, wie eine Studie von Lünendonk aus dem Jahr 2019 zeigt.

Im zweiten Blog-Beitrag über den Workshop lesen Sie, wo die Fallstricke bei der Entwicklung von Datenprodukten liegen, welche Daten Firmen benötigen und wie sich das Management vom Wert digitaler Services überzeugen lässt. Denn: „Erfolgreiche datengetriebene Services setzen ein strukturiertes und strategisches Vorgehen voraus“, sagte Dr. Florian Wilhelm von inovex.

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