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KI in Medizin und Industrieservice: Daten teilen, Wissen verbreiten

KI Service - Industrie 4.0

KI in Medizin und Industrieservice: Daten teilen, Wissen verbreiten

Ein Beitrag von Von Nils Klute, IT-Fachredakteur und Projektmanager IoT beim eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Wenn sich das Wissen um eine Krankheit schneller verbreitet, als die Erkrankung selbst, gewinnen Ärzte Zeit. Nicht nur im Kampf gegen das Coronavirus spielt künstliche Intelligenz (KI) eine Rolle, sondern auch im Industrieservice. Zwei Webinare stellen Potentiale vor.

Mehr als 3,5 Millionen Infizierte (Stand Mai 2020) rund um den Globus – der Ausbruch der Corona-Pandemie beschäftigt nicht nur Menschen, Medien und Virologen, sondern auch KI- und Big Data-Experten. Beispiel BlueDot: Das KI-Start-up hat neun Tage früher als die Weltgesundheitsorganisation vor dem Ausbruch der Lungenkrankheit COVID-19 gewarnt. Wie das möglich war: Das kanadische Unternehmen setzt auf maschinelles Lernen, Spracherkennung und die Macht des Internets.

Informationen bremsen Infektionen aus

Ob öffentliche Gesundheitsdaten, Berichte von Organisationen oder aktuelle News aus Online-Medien – regelmäßig und rund um die Uhr greift BlueDot auf Data Lakes im Web zu, verarbeitet Informationen, erkennt Ereignisse und bewertet Risiken. Nutzer des Software-as-a-Services (SaaS) erhalten ein medizinisches Live-Lagebild zum Infektionsgeschehen auf der Welt. Mediziner lassen sich benachrichtigen und erkennen frühzeitig, wo eine Krankheit kursiert. So hat der SaaS-Dienst auch bei Corona Ticketdaten und Flugbuchungen mit analysiert und darüber korrekt prognostiziert, wie sich das neuartige Virus ausbreitet. Die Idee hinter BlueDot: Wenn sich das Wissen um eine Krankheit schneller verbreitet, als die Erkrankung selbst, dann bremsen Informationen gewissermaßen Infektionen aus, wie CNBC berichtet.

Auch in der Therapie ist KI gefragt, um Diagnosen zu beschleunigen und Zeit für die Behandlung zu gewinnen. So erzielt die Medizin mit KI im Kampf gegen Krebs Erfolge. Algorithmen werten Röntgenbilder, CT-Aufnahmen, Gewebe- und Blutproben aus. „Die Methoden, mit denen wir arbeiten, werden immer komplexer“, sagt Prof. Heinz-Peter Schlemmer, Radiologe am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einem Onlinebericht auf swr.de. „Die Daten, die uns zur Verfügung stehen, werden immer umfangreicher.“ Aber was im Kampf gegen Krebs gelingt, scheitert bei Diagnose und Therapie von COVID-19.

KI braucht Trainingsdaten

Wo das Problem liegt: „For all the frantic effort to coordinate life-saving work around the globe during the COVID-19 pandemic, the digital age finds itself hampered in one very specific respect: information“, berichtet die englischsprachige EU-Ausgabe von ZDNet. „Teams of artificial intelligence researchers are trying to bring decades of technology to bear on the problem of diagnosing and treating the disease, but the data they need to develop their software programs is scattered around the globe, making it practically inaccessible.“

Daten, die verstreut an unterschiedlichen Orten in Silos schlummern, bremsen die KI-Entwicklung aus. Und das nicht nur in der Medizin, sondern überall, wo die Technologie zur Anwendung kommen soll. Wo es an Informationen mangelt, lassen sich neuronale Netze nicht trainieren. Denn je mehr Daten die selbstlernenden Systeme verarbeiten können, desto genauer werden ihre Prognosen. Ein Dilemma, das zum medizinischen Problem wird, wenn Informationen zwar vorhanden, aber kaum zugänglich sind ­– wie bei COVID-19 – und das zum unternehmerischen Hindernis gerät, wenn Firmen Daten aus Eigeninteressen nicht teilen – wie beispielsweise in der Industrie 4.0.

Zwei Webinare zu KI in Service und Medizin

Wie die Lösung im Industrieservice aussehen kann? Das KI-Projekt Service-Meister entwickelt ein smartes Ökosystem für technischen Service im Zeitalter von Industrie 4.0. Algorithmen werden so ausgelegt, dass sie sich auf kleinen Datenmengen trainieren lassen. In den Use Cases erprobt und verbessert sich dann ihre industrielle Alltagstauglichkeit. Service-Meister wird KI-Bausteine dabei so verallgemeinern, dass sich Schutzinteressen der Unternehmen mit Anforderungen der Anwender vereinbaren und somit KI-Ergebnisse und -Tools auch teilen lassen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Forschungsprojekt am Beispiel der Use Cases von Würth und KEB in einem Webinar (Freitag, 15. Mai, 11:00 bis 12:00 Uhr). Und wie KI in China in der Behandlung von COVID-19 hilft? Huawei berichtet in einer Online-Veranstaltung der eco Akademie darüber, wie sich der Technologiekonzern mit 5G und KI als Partner im Kampf gegen Corona engagiert hat (Montag, 18. Mai, 10:00 bis 11:00 Uhr). Die Teilnahme ist bei beiden Veranstaltungen nach Anmeldung kostenlos möglich.

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